Die Welt unterliegt einem ständigen Wandel, der sich an schwankende kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Erwartungen anpasst. Im Bereich der Hochtechnologie und KI ist Dezentralisierung ein Dauerthema, da viele auf Bitcoin, Web3 und verschiedene andere Formen nicht lokalisierter Architekturen setzen. Vor diesem Hintergrund könnte die Ankündigung des GPT Marketplace durch OpenAI vom 6. November 2023 den Beginn einer Zentralisierung in diesem Bereich markieren, bei der die Vorteile der kostenlosen KI-Plattformen stärker kontrolliert und monetarisiert werden.
Aktuelle Entwicklungen bei OpenAIs ChatGPT
Als vertrauenswürdiger öffentlicher LLM-Chatbot steht ChatGPT seit seiner Veröffentlichung im November 2022 im Fokus der Medien. Neben der Ankündigung des GPT Store gehören dazu auch folgende aktuelle Entwicklungen:
- ChatGPT Enterprise: ChatGPT Enterprise wurde im August 2023 veröffentlicht und bietet maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmenskunden. Neben den Monetarisierungsbemühungen für GPT-4 war das Enterprise-Angebot von OpenAI angesichts des breiten Markterfolgs einer der ersten Schritte zur stärkeren Kommerzialisierung der Plattform.
- DALL·E 3: Das im Oktober 2023 angekündigte DALL·E 3 ist nun nativ in die ChatGPT-Oberfläche integriert, sodass Nutzer durch Konversation mit dem LLM einzigartige Bilder auf Basis von Prompts erstellen können.
- Datenpartnerschaften: Die am 9. November 2023 angekündigten OpenAI Data Partnerships wurden ins Leben gerufen, um Open-Source- und private Datensätze für das KI-Training zu erstellen. Nach der Kritik zahlreicher Unternehmen am Web-Scraping zielt dieser Aufruf zur Zusammenarbeit darauf ab, die Community stärker in die Softwareentwicklung einzubinden.
Der GPT Store
Die Veröffentlichung von OpenAI am 6. November dreht sich um die Erstellung von GPTs – spezialisierte Versionen von ChatGPT für bestimmte Zwecke. Ohne Programmierkenntnisse können Nutzer Dokumente hochladen, um das Modell für spezifische Anforderungen zu trainieren. Das resultierende GPT kann für den persönlichen, unternehmensinternen oder allgemeinen Gebrauch im GPT Store bereitgestellt werden, wobei Letzterer Monetarisierungsfunktionen bietet.
OpenAI ist davon überzeugt, dass die Ersteller auf dem Marktplatz die nützlichsten GPTs entwickeln werden, und möchte diese Kreativität durch Umsatzbeteiligung und die Förderung der besten Entwicklungen unterstützen. Während OpenAI die robusten Datenschutzsysteme der GPTs betont, hebt das Unternehmen auch die Integrationsmöglichkeiten für Entwickler hervor: „Verbinden Sie GPTs mit Datenbanken, binden Sie sie in E-Mails ein... integrieren Sie eine Datenbank für Reiseangebote, verknüpfen Sie den E-Mail-Posteingang eines Nutzers oder wickeln Sie E-Commerce-Bestellungen ab.“ Für Nutzer von ChatGPT Enterprise können interne GPTs erstellt und sicher in Geschäftsprozesse implementiert werden. Tatsächlich setzen frühe Kunden wie Amgen, Bain und Square bereits GPTs in verschiedenen operativen Bereichen ein.
Die Zentralisierung von ChatGPT
Mit ihren weitreichenden architektonischen Möglichkeiten eröffnen GPTs eine Vielzahl von Chancen für die Stakeholder-Community von OpenAI, während sie im Unternehmenseinsatz zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gartner-Research-Analyst Arun Chandrasekara bestätigt diese Marktentwicklungenund erklärt: „Die Verbesserungen bei Preis und Leistung, die Modellanpassung und die rechtliche Absicherung werden unmittelbare Auswirkungen haben, da Entwickler schon lange nach solchen Funktionen suchen.“
Die Zentralisierung von GPT-basierten Lösungen spiegelt den Schritt von OpenAI wider, das eigene Produktportfolio durch die Integration von DALL·E 3 zu konsolidieren. Startups und Scaleups, deren Geschäftsmodell maßgeblich auf solchen Outputs und Plugins basiert, müssen nun prüfen, ob sie auf leicht zugängliche und integrierbare Alternativen auf dem kommenden Marktplatz setzen – oder ob sie ihre eigene Innovation vorantreiben beziehungsweise auf die OpenAI-Plattform migrieren.
Implikationen und Ausblick
In der GPT-Ankündigung von OpenAI heißt es: „Wir halten es für wichtig, uns schrittweise auf diese Zukunft zuzubewegen, da dies sorgfältige technische und sicherheitsrelevante Arbeit erfordert – und der Gesellschaft Zeit gibt, sich anzupassen. Wir haben uns intensiv mit den gesellschaftlichen Auswirkungen auseinandergesetzt und werden in Kürze weitere Analysen dazu veröffentlichen.“ In Verbindung mit Gartners aktueller Einschätzung, dass das Management von KI-Vertrauen, -Risiken und -Sicherheit (AI TRiSM) zu den wichtigsten strategischen Technologietrends 2024 zählt,freut sich Calvin darauf, diese Dynamik verantwortungsvoller KI-Entwicklungen in Unternehmen aktiv mitzugestalten. Termine für unsere quantitative Calvin-Software und Beratungen zum EU AI Act sind ab sofort verfügbar – buchen Sie noch heute eine Demo bei uns!
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